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Auf einen Kaffee mit Caro von MADMOISELL

17. Februar 2017
Caro

Wie arbeitet man mit Bloggern zusammen und wie nicht? Worauf muss man achten? Im heutigen Blogpost plaudert Caro von MADMOISELLE ein wenig aus dem Nähkästchen und erzählt uns etwas über die größten Fehler bei Blogger Kooperationen. Viel Spaß!

Liebe Caro, um was dreht es sich auf madmoisell.com?

Eigentlich dreht sich mein Blog um DIY-Projekte, bunte DIY-Projekte, Sachen die gute Laune machen. Zu Beginn ging es auf meinem Blog nur um DIY-Projekte, da dieses Thema für mich eine gute Nische darstellte. Nach einiger Zeit habe ich meinen Blog um das Thema Food erweitert, da es meiner Meinung nach gut zu meiner Bildsprache passt.

Wie viele Blogposts auf deinem Blog sind gesponsert und wie viele nicht?

Auf meinem Blog veröffentliche ich momentan ca. zwei Posts pro Woche. Das sind acht Posts pro Monat. 1-2 Posts davon sind gesponsert. Das liegt daran, dass ich lieber mit ausgewählten Sponsoren zusammenarbeite und dafür dann mehr Geld verlange, anstatt mir jeden einzelnen Beitrag sponsern zu lassen, denn davon halte ich persönlich gar nichts.

Suchen die Sponsoren vermehrt Kontakt zu dir oder suchst du den Kontakt zu den Sponsoren?

Ich muss gestehen, dass ich meist angeschrieben werde, da ich mit meinen Keywords bei Google ganz gut ranke. Mit DIY Blog z.B. bin ich derzeit auf Position 1 gelistet. Aber auch auf Instagram werde ich auf Grund meiner Keywords gut gefunden. Ich denke das ist auch der Grund dafür, warum mich die jeweiligen Agenturen und Unternehmen auf dem Schirm haben. Wenn ich jedoch unbedingt mit einer speziellen Firma zusammenarbeiten möchte, dann schreibe auch ich Unternehmen an. Das finde ich auch total okay. Da ich am Anfang jedoch eben nicht damit gerechnet habe, dass mich so viele Unternehmen anschreiben, habe ich kaum Unternehmen gezielt anschreiben müssen. Ich glaube, dass mir hier meine Kooperationsseite auf meinem Blog sehr weitergeholfen hat. Hier erkennen interessierte Firmen sofort, dass auch ich interessiert an passenden Kooperationen bin und bekommen die Möglichkeit im gleichen Zuge Kontakt mit mir aufzunehmen.

Wie genau sieht der erste Kontakt mit einem Unternehmen aus?

Meistens ist es so, dass ich im ersten Schritt eine Mail von dem jeweiligen Unternehmen bekomme. Wenn ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen kann, nenne ich im zweiten Schritt dem Unternehmen meine Konditionen. Wenn die Firma damit einverstanden ist, fasse ich all die Vereinbarungen in einem Angebot zusammen und schicke es an das Unternehmen. In diesem Angebot liste ich alle Konditionen und Vereinbarungen genauestens auf, um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen.

Wie geht es danach weiter?

Wenn das Angebot vom Unternehmen angenommen wurde, läuft der Rest der Zusammenarbeit ziemlich einfach ab. Nach dem Angebot wird der Blogpost nach Wunsch des Kundens angefertigt. Eine Woche vor Veröffentlichung des Blogposts kriegt der Kunde einen ersten Entwurf zu Gesicht. Damit gebe ich dem Kunden die Möglichkeit kleinere Änderungswünsche zu äußern. Größere Änderungswünsche sind jedoch nicht möglich. Wenn der Kunde soweit zufrieden ist, wird der Blogpost veröffentlicht und über alle Social-Media-Kanäle geshared. Zu guter Letzt erhält der Kunde von mir die Rechnung.

Was für Kooperationsmöglichkeiten bietest du an?

Ich biete Kunden prinzipiell zwei Kooperationsmöglichkeiten an. Ein Advertorial oder eine Kooperation nur über die Social-Media-Kanäle. Ein Advertorial ist ein bezahlter Blogpost in dem ich über ein Unternehmen oder ein Event berichte. Ich liebe diese Art von Zusammenarbeit, da ich nur über Produkte oder Unternehmen schreibe, die ich selber total geil finde und man den Kunden so ziemlich kreativ mit einbinden kann. Wenn ich z.B. über einen Sektflaschenhersteller berichten soll, könnte ich zum Beispiel ein Upcycling mit der Flasche veröffentlichen. Ein, meiner Meinung nach, sehr kreativer und sinnvoller Weg das Produkt bzw. das Unternehmen zu bewerben. Bei einem Lifestyle-Blog kann man nur schwer so kreativ werden. Hier ist es dann meist eine einfache Produktbeschreibung o.Ä.

Bei DIY-Blogs kann man oftmals ein wenig kreativer werden. Bei einer Kooperationen über Social-Media-Kanäle wird das jeweilige Produkt mehrmals, je nach Vereinbarung, über einen gewissen Zeitraum auf z.B. Instagram geteilt. Von Bannerwerbung halte ich persönlich leider gar nichts, denn warum sollte ich auf meinem Blog Bannerwerbung schalten, wenn ich in diesem Zuge auch auf meinen Newsletter aufmerksam machen könnte? Weiter biete ich Social Media Consulting und Affiliate Marketing an, obwohl Letzteres keine wirkliche Zusammenarbeit darstellt.

Verteilst du auch Absagen an Unternehmen?

Ja, sehr viele sogar. Geschätzt kommen nur 40% der Anfragen zu Stande, weil ich z.B. keine Zeit habe oder es nicht zu meinen Honorarvorstellungen passt. Oder die Vorgaben einfach nicht zu meinen Vorstellungen passen. Ein Beispiel hierfür wäre z.B. wenn man mich in meinem Schreibstil einschränkt. Ich würde auch nicht mit Unternehmen zusammenarbeiten, die nicht zu meiner Zielgruppe passen. Werbung für einen Staubsauger z.B. würde für meine Zielgruppe überhaupt keinen Sinn ergeben. Selbst wenn ich es cool auf dem Blog präsentieren könnte.

Was zählt für dich zu den absoluten NoGos bei einer Zusammenarbeit mit Unternehmen?

Absolute NoGos sind z.B. wenn ich meinen Entwurf an den Kunden sende und höre, dass ich alles nochmal neu machen soll, weil sich der Kunde das Ganze anders vorgestellt hat. Wahrscheinlich liegt das daran, dass Unternehmen sich bei DIY-Projekten oftmals nicht wirklich etwas vorstellen können.

Zweites NoGo ist, dass man als Kunde nicht bezahlen möchten, weil viele noch denken, dass die Zusammenarbeit mit Bloggern kostenlos ist.

Drittes NoGo wäre z.B. Do-Follow-Links zu setzen, Links nicht zu kennzeichnen usw.

Was ich auch nicht schön finde ist, dass man Blogger manchmal wirklich für dumm verkaufen möchte. Man besucht z.B. ein Event und wird damit belohnt, dass man z.B. im Firmennewsletter Erwähnung findet nur um einer Bezahlung aus dem Weg zu gehen.

Mit welchen Problemen wirst du häufig bei einer Zusammenarbeit mit Firmen konfrontiert?

Diese Frage habe ich mit der vorherigen Antwort eigentlich schon beantwortet. Das zum Beispiel nach Erstellung des Blogposts alles geändert werden soll oder der Artikel kurzfristig zu einem anderen Datum veröffentlicht werden soll, was einfach nicht geht, da auch ich einen Redaktionsplan erstelle und diesen auch einhalten möchte. Ich glaube diese Probleme entstehen, weil viele Unternehmen noch nicht wirklich wissen, wie sie mit Bloggern umgehen sollen. Die Lösung hierfür ist eigentlich recht naheliegend. Man sollte seine Vorgaben vorab klar definieren, um solchen Dingen aus dem Weg zu gehen.

Welche Tipps möchtest du allen Bloggerinteressierten da draußen noch mit auf den Weg geben?

Also ich glaube der erste Tipp ist, dass man sich zunächst eine gute Nische suchen sollte in der es noch nicht so starke Konkurrenz gibt. Nichtsdestotrotz sollte einem das Thema liegen und Spaß machen. Weiter hat mir persönlich die starke Präsenz auf Social-Media-Kanälen wie z.B. Pinterest und Instagram geholfen. Vor allem bei Pinterest ist es sehr einfach virale Pins zu bekommen.

Weiter rate ich euch nicht sofort aufzugeben. Auch, wenn eine Zeit lang auf dem Blog mal nicht so viel passiert oder nur wenige Kooperationen zustande kommen. Bleibt am Ball. Setzt euch langfristige Ziele und haltet euch daran fest. Auch beim Bloggen gibt es Hochs und Tiefs.

Zu guter Letzt ist das Netzwerken unter Bloggern und der Besuch auf diversen Events ein ebenfalls wichtiger Schritt zum Erfolg. Nichtsdestotrotz solltet ihr euch nie ausnutzen lassen! Es sei denn ihr macht es nur zum Spaß. Für mich ist das Ganze zu einer Art Job geworden und ich finde es schön, dass ich damit meine Leidenschaft zum Beruf machen konnte.

Liebe Caro, vielen lieben Dank für deine offenen Worte! Ich hoffe wir werden noch viel von dir hören. :-)

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